Schwellenländeraktien: Ein aktiver Ansatz mit Fokus auf Qualität und nachhaltigem Wachstum
Die Investmentlandschaft der Schwellenländer hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Welche Veränderungen würden Sie hervorheben?
Zykliker fallen in den Schwellenländern (EM) weniger ins Gewicht. Durch Innovation und Technologie hat sich die Produktivität in den Schwellenländern im letzten Jahrzehnt erheblich verbessert, insbesondere in den nordasiatischen Nationen wie China, Taiwan und
Südkorea. Dort entstanden Weltmarkt führer in Technologiebereichen von Halb leitern bis zur grünen Energiewende und Mobilität. Dadurch wuchs der Anteil dieser Länder und Technologiesektoren am Anlageuniversum der Schwellenländer. Die „traditionellen“ Sektoren sind zwar weniger dominant aber immer noch wichtig. Daher betrachten wir die aktuelle Verteilung der Branchen in den Schwellenländern als aus gewogener.
Der zweite unterschätzte Faktor ist das Ausgabenpotenzial der wachsenden Mittel schicht. Im Jahr 2021 entfielen fast 35 % der weltweiten Luxusausgaben[1] auf chinesische Verbraucher. Dieser Anteil dürfte noch weiter steigen. Damit haben sich die Schwellenmärkte von exportorientierten Regionen zu Märkten entwickelt, die vom Binnenkonsum getragen werden. Wie in den Industrieländern werden die Themen Klimawandel und Dekarbonisierung auch hier Wachstumsbereiche sein.
Was spricht angesichts der rasanten Zunahme von Indexanlagen noch für aktives Investieren in Schwellenländern?
Die Region bietet enorme Wachstums und Wertschöpfungsmöglichkeiten. Schwellen länderaktien sind aber nach wie vor eine diverse und von Natur aus volatile Anlage klasse. Dies schafft Chancen für aktives Investieren. So konnten aktive Manager während der Covid bedingten Korrektur ihr Engagement in Technologieunternehmen und Nutznießern der Arbeit zu Hause anheben.
Was sind die langfristigen Treiber von Anlagen in Schwellenländern? von Candriam?
Wir möchten drei wichtige Faktoren hervor heben – Wachstumschancen, die Verbesserung der Fundamentaldaten und die zunehmende Einbeziehung der Anlageklasse Schwellen länderaktien in diversifizierte Portfolios.
Strukturelle Wachstumschancen bestehen nach wie vor aufgrund der aufstrebenden Mittelschicht, der attraktiven Bevölkerungs struktur im Vergleich zu den Industrieländern und der zunehmenden Akzeptanz technologischer Fortschritte.
Die Fundamentaldaten der Volkswirtschaften von Schwellenländern dürften sich durch gezielte Konjunkturmaßnahmen ebenfalls positiv entwickeln, was die Wachstumsaussichten der Schwellenländer relativ gesehen attraktiver macht. Die Außenhandelspositionen mehrerer Länder, insbesondere der Rohstoffexporteure, verbessern sich.
Schwellenländeraktien sind in vielen globalen Aktienportfolios unterrepräsentiert. Die Schwellenländer generieren fast die Hälfte des weltweiten BIP und über die Hälfte des globalen BIPWachstums, machen aber weniger als 15 %[2] des MSCI World ACWI Index©[3] aus. Unserer Meinung nach schafft dies eine Chance, da sich die Kluft zwischen der Bedeutung für das weltweite BIP und dem anteiligen Gewicht in den globalen Indizes verringert.
Schwellenländeraktien schaffen Diversifikationsvorteile in ausgewogenen Portfolios. Darüber hinaus dürfte sich die Korrelation unter den nationalen Märkten verringern, wenn die Globalisierung den Höhepunkt überschritten hat und die Verflechtung unter den Volkswirtschaften abnimmt. Ein Konjunkturabschwung in einem Land oder einer Region kann durch das Wachstum anderswo ausgeglichen werden. Das macht aktives Investieren so wertvoll.
Wodurch unterscheidet sich der Ansatz von Candriam?
Unser Ansatz ist darauf ausgelegt, Wachstumsbereiche zu identifizieren. Hierfür verwenden
wir einen Anlageprozess[4], der auf eine konsistente, risikobereinigte Outperformance, aber auch auf ein robustes Portfolio in volatilen Zeiten abzielt. Unser Anlageprozess ist eine Kombination aus eigenem Aktienscreening und Analysen mit einem thematischen Overlay. Er beruht auf unserer Ansicht, dass Ineffizienzen in Schwellenländern Chancen auf der Einzeltitelebene schaffen können.
Wir halten Ausschau nach Unternehmen, die ihre Gewinne effizienter steigern können als andere Unternehmen in ihrem Land und ihrem Sektor, über eine führende und wettbewerbsfähige Marktposition verfügen und ein starkes und nachhaltiges organisches
Wachstum generieren. Dadurch verbessert sich das Potenzial einer Höherbewertung. Der Index besteht zwar aus 3000 Titeln, doch das Portfolio umfasst in der Regel etwa 100 auf starken Überzeugungen beruhende Positionen.[5]
Unser Bottomup Ansatz ist mit einem thematischen Anlageansatz verknüpft. Statt einer traditionellen Topdown-Länder-oder Sektorallokation[6] versuchen wir, lokale und grenzüberschreitende Markttrends und Wachstumsbereiche ausfindig zu machen. Daher kann unsere Vermögensallokation an lokalen Märkten von den Gewichtungen der Marktindizes abweichen.
Eine zusätzliche Stärke sind unsere stabilen, engagierten und erfahrenen Schwellenländerteams, sowohl im Aktienals auch im Anleihenbereich, deren Erfolgsbilanzen und Erfahrungen knapp zwei Jahrzehnte umspannen.
Können Sie erklären, wie Sie nachhaltiges Investieren in Ihren Ansatz integrieren?
Wir verwenden einen facettenreichen Ansatz für ESG-Analysen[7] (Umwelt, Soziales & Governance) von Schwellenländerunternehmen. Unsere Strategie berücksichtigt ESGAspekte in unterschiedlichem Grad, wobei Candriam ein führender Akteur auf diesem Gebiet ist. Diese Strategie ist ESG bewusst, das heißt, bestimmte Branchen wie Kohle, Tabak und kontroverse Waffen sind ausgeschlossen, während die Nachhaltigkeitsstrategie nur in ein Universum zugelassener Aktien investiert. Unter dem Gesichtspunkt der Vermeidung von Kontroversen und schädlichen Aspekten (Reputationsrisiko) haben wir robuste Ausschlussfilter für kontroverse Produkte und Aktivitäten und normenbasierte Ausschlusskriterien für Unternehmen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie gegen die Prinzipien des UN Global Compact verstoßen.
Welche Art von Anlegern könnte diese Strategie in Erwägung ziehen?
Unsere Strategie eignet sich am besten für Anleger, die nach einer risikogerechten aktiven Verwaltung von Aktien aus Schwellenländern suchen. Konkret bedeutet das, dass sie sich für Anleger eignet, die bereit sind, ein gewisses EMIndexrisiko einzugehen, das aber nicht übertrieben sein sollte.
Während viele Strategien für Schwellenländerfonds wertorientiert sind, ist unser Anlagestil flexibel und auf Qualität und Wachstum ausgerichtet, der mittel-bis langfristig höhere risikobereinigte Renditen einbringen soll.
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[1] Source: JPM MI, https://am.jpmorgan.com/content/dam/jpm-am-aem/global/en/insights/market-insights/guide-to-the-markets/mi-guide-to-the-markets-us.pdf
[2] All rights reserved.
[3] Indicative data subject to change over time.
[4] Bottom-up refers to the stock selection process based on individual analysis rather than broader considerations (global economy, sector, region).
[5] Indicative data which may change over time.
[6] Top-down allocation is driven by investment views on global economy, gradually narrowing down to regions, countries and sectors.
[7] ESG analysis for companies is applied to at least 90% of the strategy’s investments excluding deposits, cash and index derivatives. The fund only considers sectors that are not excluded by the Candriam Exclusion Policy, which can be found at https://www.candriam.fr/fr/private/market-insights/sri-publications/
The main risks of the strategy are
- Risk of capital loss
There is no guarantee for investors relating to the capital invested in the sub-fund in question, and investors may not receive back the full amount invested. - Equity risk
Some strategies may be exposed to equity market risk through direct investment (through transferable securities and/or derivative products). These investments, which generate long or short exposure, may entail a risk of substantial losses. A variation in the equity market in the reverse direction to the positions can lead to the risk of losses and may cause the performance to fall. - Emerging market risk:
Market movements can be stronger and faster on these markets than on the developed markets, which could cause the performance to fall in the event of adverse movements in relation to the positions taken. Volatility may be caused by a global market risk or may be triggered by the vicissitudes of a single security. Sectoral concentration risks may also be prevalent on some emerging markets. These risks may also heighten the volatility. Emerging countries may experience serious political, social, legal and fiscal uncertainties or other events that could have a negative impact on the strategies investing in them. In addition, local depositary and subcustodial services remain underdeveloped in non-OECD countries and emerging countries, and transactions carried out in these markets are subject to transaction risk and custody risk. In some cases, it may be impossible to recover all or part of the assets invested or delays in delivery when recovering assets may arise. - Foreign exchange risk:
Foreign exchange risk derives from the strategy’s direct investments and its investments in forward financial instruments, resulting in exposure to a currency other than its valuation currency. Changes in the exchange rate of this currency in relation to that of the strategy may negatively affect the value of assets in the portfolio.
The risks listed are not exhaustive, and further details on risks are available in regulatory documents.