Deeskalation spricht für Schwellenländer
Das am Sonntag angekündigte Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran und die breitere Deeskalation, die es bietet, verstärken den gesamtwirtschaftlichen Hintergrund, der für die Schwellenländer positiv sein dürfte. Wenn diese Vereinbarung gelingt, sind wir der Ansicht, dass das Potenzial für ein geringeres geopolitisches Risiko, niedrigere Ölpreise, nachlassender Inflationsdruck und ein schwächerer USD ein konstruktives Umfeld für Schwellenländer bieten.
Die asiatischen Märkte reagierten stark auf die Meldung einer Vereinbarung, da viele Länder bei der Öl- und Gasversorgung auf den Nahen Osten angewiesen sind. Tatsächlich dürfte ein potenzieller anhaltender Rückgang der Ölpreise dazu beitragen, die Gesamtinflation in vielen Schwellenländern zu senken, was den Zentralbanken zusätzlichen Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik und eine Verbesserung der Finanzierungsbedingungen im Inland gibt.
In der Vergangenheit wirkten die niedrigeren Energiepreise häufig als positiver Schock für die Handelsbedingungen der Netto-Ölimporteure, was den Verbrauch, die Leistungsbilanzen und die Rentabilität der Unternehmen in mehreren Schwellenländern unterstützte.
Nicht zuletzt dürfte die Abschwächung des USD Schwellenländeranlagen stützen. In der Vergangenheit fielen Phasen der USD-Schwäche mit einer stärkeren Performance von Schwellenländeraktien und Lokalwährungen zusammen, da sich die externen Finanzierungsbedingungen verbessern und sich die Kapitalflüsse über die USA hinaus ausweiten.
Ein dauerhafter Waffenstillstand könnte eine Rotation auslösen
Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass dieses Umfeld eine Rotation bei Schwellenländeraktien auslösen könnte. Der Energiesektor, der sich während der jüngsten geopolitischen Spannungen überdurchschnittlich gut entwickelte, könnte einen gewissen relativen Gewinn abwerfen, während der Grundstoffsektor von den verbesserten globalen Wachstumserwartungen und einer Normalisierung an den Rohstoffmärkten profitieren könnte.
Auch Edelmetalle sollten beobachtet werden. Der Sektor blieb trotz der erhöhten geopolitischen Unsicherheit hinter den Erwartungen seit Beginn des Konflikts zurück. Wenn sich der Fokus der Märkte von Kriegsrisiken hin zu niedrigeren Zinsen, einem schwächeren Dollar und einer Verbesserung der Liquiditätsbedingungen verlagert, könnten Edelmetalle beginnen aufzuholen.
Unter den Netto-Erdöl importierenden Märkten, einschließlich Teilen Asiens und Europas, sehen wir selektiv besondere Nutznießer. In Südamerika dürften die niedrigere Inflation und die günstigeren globalen Finanzierungsbedingungen ebenfalls vorteilhaft sein, insbesondere dort, wo die Zentralbanken ihre Geldpolitik lockern könnten.
Obwohl der zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Rahmen noch in den Kinderschuhen steckt und die Risiken bestehen bleiben, bietet er einen potenziellen Ausblick auf schwächere Ölpreise, sinkende Inflationserwartungen, einfachere geldpolitische Bedingungen und einen schwächeren USD. Zusammen stellen diese Faktoren ein überzeugendes makroökonomisches Setup für Schwellenländer dar.
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