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Zusätzliche Erträge durch nachrangige Finanzanleihen

Patrick Zeenni
CFA, Head of Investment Grade & Credit Arbitrage
Thomas Madesclaire
Senior Fund Manager

Wie würden Sie die Strategie mit nachrangigen Finanzanleihen in wenigen Worten beschreiben?

Die Strategie mit nachrangigen Finanzanleihen wird aktiv verwaltet und investiert hauptsächlich in nachrangige Anleihen von Banken und Versicherungen. In der Praxis konzentriert sie sich auf Instrumente wie zusätzliches Kernkapital (Additional Tier 1, AT1)[2], eingeschränktes Kernkapital (Restricted Tier 1, RT1)[3] und Ergänzungskapital (Tier 2)[4], die in der Kapitalstruktur den vorrangigen Instrumenten untergeordnet sind.

Anleger in nachrangige Finanzanleihen werden in der Regel erst nach den vorrangigen Anleihen ausbezahlt, wenn ein Emittent in ernste finanzielle Schwierigkeiten gerät. Infolgedessen werden sie mit einer potenziell höheren Vergütung entschädigt. Weitere Besonderheiten sind der mögliche Verzicht auf Zinsen  und die mögliche Umwandlung in Eigenkapital (oder Abschreibung).

Obwohl die Strategie im unteren Bereich der Kapitalstruktur investiert, konzentrieren wir uns auf Emittenten mit Investment-Grade-Rating, was ein gewisses Maß an Liquidität und Diversifizierung ermöglicht, um unterschiedliche Marktbedingungen zu bewältigen.

Warum sollte man sich für nachrangige Finanzanleihen interessieren?

Banken und Versicherungen spielen in der Wirtschaft eine zentrale Rolle und unterliegen einer strengen Regulierung und Aufsicht. Im Laufe der Jahre wurde verlangt, dass sie mehr Kapital halten, ihre Bilanzen verbessern und ihr Risikomanagement stärken. Diese Stärkung der Kapitalstrukturen von Finanzinstituten ist eine gute Nachricht für Anleger in Anleihen, da sie ein hochwertigeres Anlageuniversum und ein berechenbareres Angebot als vor der Subprime-Krise 2007-2008 bietet.

Investitionen in nachrangige Anleihen von Emittenten mit Investment-Grade-Rating bieten eine zusätzliche Diversifizierung und Renditen, die mit denen von Euro-Hochzinsanleihen[5] vergleichbar sein können, in der Regel jedoch bessere Fundamentaldaten aufweisen. Die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen verpflichten Emittenten, eine bestimmte Kapitalstruktur aufrechtzuerhalten, was wiederum zu einem gut definierten Angebot an nachrangigen Anleihen führt.

 

 

Wie gehen Sie mit den Risiken in diesem Segment um?

Das Risikomanagement steht im Mittelpunkt unseres Ansatzes. Wir schauen uns das gesamte Umfeld der Finanzemittenten an, das sich auf die Emission nachrangiger Anleihen auswirkt, einschließlich - aber nicht beschränkt auf - Regulierung, Geldpolitik und M&A-Aktivitäten. Wir analysieren jeden Emittenten gründlich im Detail: Geschäftsmodell, Rentabilität, Kapital und Liquidität. Wir investieren nur in Institutionen, von denen wir glauben, dass sie robust und belastbar sind.

Wir prüfen auch die Merkmale jedes Instruments sorgfältig: wann es gekündigt oder getilgt werden kann, wie und wann Zinsen gestrichen werden können, was im Extremfall passieren würde und wo genau es in der Kapitalstruktur angesiedelt ist. Wir vermeiden Strukturen, die wir für zu komplex halten oder bei denen das Verhältnis zwischen Risiko und potenziellem Ertrag nicht attraktiv ist.

Das Portfolio ist auf eine Kernallokation in Benchmark[6]-Emittenten und ein kleineres Diversifizierungssegment außerhalb der Benchmark aufgebaut. So können wir Ideen aus dem breiteren globalen Kredituniversum hinzufügen und gleichzeitig strenge interne Grenzen für Emittenten, Sektoren und Liquidität einhalten.

Neben der Instrumentenauswahl setzen wir auch einfache Overlay-Strategien[7] mit börsennotierten Zins- und Kreditderivaten[8] ein. Mit diesen Instrumenten können wir die Gesamtduration des Portfolios gegenüber den Märkten anpassen, die Volatilität steuern und Verluste begrenzen, wenn die Bedingungen schwieriger werden. Neben unseren eigenen Kontrollen überwacht ein unabhängiges Risikomanagementteam täglich die Exposure und die internen Limits.

Was sind Ihre Stärken bei der Umsetzung dieser Strategie?

Unsere Hauptstärke liegt in der Kombination aus Spezialisierung auf die Kreditanalyse von Finanztiteln, branchenspezifischem Fachwissen und einem disziplinierten, risikoorientierten Ansatz gegenüber nachrangigen Wertpapieren. Unser Team verfügt über langjährige Erfahrung in der Analyse der Kapitalstrukturen von Finanzinstituten in unterschiedlichen Marktumgebungen und regulatorischen Entwicklungen. Diese Analyse geht über die herkömmliche Bewertung vorrangiger Schuldtitel hinaus, da sie Fachwissen in Sachen Eigenkapitalregulierung, auslösende Ereignisse, Verlustabsorptionsmerkmale und Verhalten des Emittenten unter schwierigeren Bedingungen erfordert.

Mit einer breiten Fixed-Income-Plattform mit rund 40 Spezialisten verweisen wir auf eine durchschnittliche Erfahrung von mehr als 15 Jahren in dieser Anlageklasse. Wir verfügen über ein breit gefächertes Know-how und haben gleichzeitig eine Expertengruppe, die sich auf Finanzemittenten und die verschiedenen Segmente ihrer Kapitalstruktur konzentriert. Dies ermöglicht eine differenzierte Bewertung, Emissionsauswahl und Risikoüberwachung.

ESG ist als grundlegender Bestandteil der Risikobewertung von Emittenten (z. B. Unternehmensführung, Risikokultur) umfassend in unsere Kreditanalyse integriert. Bislang haben wir dank unserer Expertise keinen einzigen Ausfall in unserer Strategie verzeichnet, was die Stärke und Disziplin unseres Prozesses veranschaulicht. Natürlich gilt dies nur für die bisherige Entwicklung und ist keine Garantie für vergleichbare Ergebnisse in der Zukunft, aber es unterstreicht, wie wichtig für uns die sorgfältige Auswahl der Emittenten ist.

Und schließlich bietet unsere Co-Manager-Struktur die Möglichkeit, Ansichten in Frage zu stellen, und sorgt für Kohärenz. Sie gewährleistet diversifizierte Sichtweisen und solide Entscheidungsfindung in komplexen Märkten und trägt dazu bei, Renditechancen mit strukturellen und Kreditrisiken im Lauf der Zeit auszugleichen.

Was ist bei Ihrer Strategie anders?

Unser Ansatz unterscheidet sich durch die Art und Weise, wie wir das asymmetrische Risikoprofil von nachrangigen Finanzanleihen verwalten, bei denen Instrumente interessante Erträge bieten können, aber auch nicht-lineare Verlustrisiken beinhalten.

Zunächst investieren wir bewusst in relativ konservative Emittenten. Obwohl nachrangige Instrumente von Natur aus eine höhere Rendite bieten, ist die Maximierung der Rendite nicht das einzige Ziel.  Wir konzentrieren uns auf starke Emittenten mit solider Kapitalausstattung, diszipliniertem Bilanzmanagement und einem Geschäftsmodell, das Belastungen verkraften kann. In der Praxis bedeutet dies, dass wir vorrangig in Emittenten investieren, von denen wir überzeugt sind, und dass wir uns bemühen, Instrumente mit risikoangepassten Renditen zu ermitteln.

Des Weiteren nutzen wir die Positionierung in der Kapitalstruktur als Instrument zur Risikoanpassung und nehmen eine aktive Allokation entlang der Kapitalstruktur zwischen AT1, RT1 und Tier 2 vor. Wir passen die Exposure auf der Grundlage des relativen Werts, veränderter Marktbedingungen, aufsichtsrechtlicher Entwicklungen und der Wahrscheinlichkeit an, dass die Emittenten ihre Instrumente kündigen und refinanzieren (Kündigungsanreize[9]). Wir versuchen, die Strategie dort zu positionieren, wo das Gleichgewicht zwischen Erträgen, Verlängerungsrisiko und Verlustabsorptionsrisiko am interessantesten ist.

Außerdem werden ESG-Faktoren als Teil einer vorausschauenden Risikoanalyse berücksichtigt. Für Finanzinstitute sind ESG-Faktoren wie Unternehmensführung und Risikokultur eng mit der Qualität der Anleihen verbunden. Die Einbeziehung dieser Elemente in die Emittentenbewertung trägt dazu bei, potenzielle Schwachstellen so früh wie möglich zu erkennen und das Portfolio mit der Zeit robuster zu machen.

Insgesamt zielt unser Ansatz darauf ab, die strukturelle Ertragsprämie nachrangiger Finanzanleihen zu nutzen und gleichzeitig einen disziplinierten Rahmen beizubehalten, der sich auf die Kontrolle der Verlustrisiken und die Kohärenz in unterschiedlichen Marktumfeldern konzentriert.

Zusätzliche Erträge durch nachrangige Finanzanleihen

Zusätzliche Erträge durch nachrangige Finanzanleihen

In einer Welt, in der Anleger ständig auf der Suche nach mehr Ertragsmöglichkeiten und Stabilität sind, stellen nachrangige Anleihen von Banken und Versicherungen eine interessante Alternative dar. Unsere Strategie für nachrangige Finanzanleihen konzentriert sich auf diesen speziellen Markt: Nachrangige Anleihen . Ziel ist die Erzielung höherer Erträge bei gleichzeitiger Beibehaltung eines disziplinierten Risikoansatzes. Die Portfoliomanager Thomas Madesclaire und Patrick Zeenni erläutern in diesem Gespräch ihre Ansichten zu dieser Strategie und wie sie sie in der Praxis umsetzen.

Unsere Lösungen für Anleihen

Die Lösungen von Candriam sind darauf ausgelegt, Unterschiedliche Portfoliofunktionen und Marktumfelder zu berücksichtigen und gleichzeitig in einer kohärenten Risk-First-Anlagephilosophie verankert zu bleiben. Bei allen Kern- und Spezialansätzen liegt der Schwerpunkt auf diszipliniertem Portfolioaufbau, Liquiditätsbewusstsein und Verlustkontrolle.

Candriam Bonds Capital Securities

Nachrangige Anleihen von hochwertigen Finanzinstituten  

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Unsere Q&A
Unsere Q&A werden Ihnen helfen, schnell und einfach Antworten auf thematische Fragen zu finden!
 

[1] Von einer Bank, einem Versicherer oder einem Unternehmen begebene Schuldtitel, die rechtlich im Rang hinter anderen (vorrangigen) Schuldtiteln desselben Emittenten stehen. Wenn der Emittent in finanzielle Schwierigkeiten gerät, werden die nachrangigen Schuldtitel erst nach den vorrangigen Schuldtiteln zurückgezahlt. Aufgrund dieses zusätzlichen Risikos bieten nachrangige Schuldtitel in der Regel ein höheres Ertragspotenzial.
[2] Eine Art extrem nachrangige Schuldtitel, die hauptsächlich von Banken ausgegeben werden. AT1-Instrumente sind so konzipiert, dass sie Verluste in Stresssituationen auffangen können und besondere Merkmale aufweisen, wie z.B. einen Ermessensspielraum für Zinsstreichungen oder die Umwandlung in Eigenkapital. Sie bieten in der Regel einen höheren Zins.
[3] RT1 ist eine Art stark nachrangiger Schuldtitel, der von Versicherungen im Rahmen der Solvency II-Verordnung ausgegeben wird. Sie sind weit unten in der Kapitalstruktur angesiedelt, können in Stresssituationen Verluste auffangen (z. B. durch entfallende Zinsen oder Abschreibungen) und bieten daher in der Regel einen höheren Zins als vorrangigere Schuldtitel.
[4] Nachrangige Schuldtitel, die bei Banken und Versicherungen zum Gesamtkapital gerechnet werden. Sie sind weniger riskant als AT1-Instrumente, aber in der Kapitalstruktur immer noch unterhalb der vorrangigen Schuldtitel angesiedelt und bieten daher ein höheres Renditepotenzial als vorrangige Anleihen.
[5] Rendite zum 14.01.2026 - ICE BofA Euro High Yield (HE00 Index): 4,9% / ICE BofA Contingent Capital Index (CoCo Index): 4,6% EUR-Gegenwert.
[6] Benchmark: 50 % ICE BofA Euro Financial Subordinated Lower Tier-2 Index (Total Return) + 50 % ICE BofA Contingent Capital Index Hedged EUR (Total Return)
[7] Einfache, liquide Absicherungsinstrumente (z. B. börsennotierte Zins- oder Kreditderivate), die zusätzlich zum Anleiheportfolio eingesetzt werden, um das Gesamtrisiko anzupassen, die Volatilität zu steuern und Verluste zu begrenzen, ohne die Basisbestände zu verändern.
[8] Finanzinstrumente, deren Wert an einen anderen Vermögenswert gekoppelt ist, z. B. an einen Zins, einen Anleiheindex oder einen Kreditindex. Bei dieser Strategie werden sie auf einfache Weise als „Ergänzung“ zum Portfolio eingesetzt, um das Zins- und Kreditengagement abzustimmen, die Volatilität zu steuern und Verluste in Zeiten von Marktstress zu begrenzen.
[9] Wirtschaftliche Gründe, die es für einen Emittenten attraktiver oder unattraktiver machen, eine Anleihe zum ersten Kündigungstermin zu kündigen (vorzeitig zurückzuzahlen) - zum Beispiel, wenn die Refinanzierungskosten niedriger sind oder wenn sich die aufsichtsrechtlichen Regeln ändern.

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